Vakuumformung
Verfahren zum dreidimensionalen Formen von flächigen Kunststoffmaterialien oder Folien. Das flächige Kunststoffmaterial wird in einem Rahmen befestigt, der über einer Form aufgehängt ist, dann erwärmt, bis es weich wird, und anschließend mittels eines Vakuums zur Form heruntergezogen, so dass es diese berührt. Während des Kontakts mit der Form wird das Kunststoffmaterial abgekühlt. Die Begriffe Vakuumverformung und Warmverformen sind häufig austauschbar.
VDE
Die Abkürzung VDE steht für Verband Deutscher Elektrotechniker e.V. und bezeichnet auch den von diesem herausgegebenen Normenkatalog, das Vorschriftenwerk Deutscher Elektrotechniker. Sitz des VDE ist Frankfurt am Main.
Verbrennung
Reaktion einer Substanz mit einem Oxidationsmittel, normalerweise begleitet von Flammenbildung und/oder Glühen und/oder Rauchbildung. Brennbar: hat die Fähigkeit zu brennen. Nicht brennbar: kann unter festgelegten Versuchsbedingungen den Verbrennungsprozess nicht durchlaufen. Glühende Verbrennung: Verbrennung eines festen Materials ohne Flamme, aber unter Lichtbildung im Brennbereich. Glühen: Lichtentwicklung durch ein Material bei starker Erhitzung, kann mit oder ohne Verbrennung hervorgerufen werden.
Vergleichende Kriechwegzahl(CTI)
Der CTI ist definiert als die maximale Spannung, bei der das Teil bis zum 50. Tropfen einer Ammoniumchloridlösung nicht versagt.. Nützlich für Vergleiche. Es sollte überprüft werden, ob UL-Spezifikationen eingehalten werden.
Vergleich Thermoplaste–Duroplaste
Ein Thermoplast ist ein polymeres Material, das beim Erwärmen aufweicht und sich beim Abkühlen verfestigt. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, ohne dass sich das Material dadurch chemisch verändert. Ein Duroplast ist ein polymeres Material, das beim Aushärten durch Wärme, Katalysatoren oder ultraviolettes Licht irreversible chemische Veränderungen erfährt. Ein Vernetzen verhindert Bewegungen der Molekülketten nach dem Aushärten. Die Struktur kann nach dem Aushärten nicht mehr verändert werden.
Verbundwerkstoff
Ein Festkörper aus zwei oder mehr unterscheidbaren Phasen: einem Bindemittel (Matrix) und einem Fasermaterial, z. B. eine Glasfasermatte. Beispiele dafür sind die TPS-Kunststoffe Azdel, Azloy und Azmet.
Verbindung
Mischung aus Kunststoff und Additiven, die notwendig sind, um den Kunststoff derart zu modifizieren, dass dieser zur Verarbeitung zu Bauteilen geeignet ist.
Vernetzen
Bildung starker kovalenter Verbindungen in einer Polymerkette, die nur bei hohen Temperaturen zu brechen sind.
Versprödungstemperatur
Temperatur, bei der Kunststoffe und Elastomere unter bestimmten Bedingungen bei Schlageinwirkung brechen oder reißen.
Verstärkte Kunststoffe
Kunststoffe mit in die Polymermatrix eingebetteten hochfesten Fasern, die zu verbesserten Festigkeitseigenschaften im Vergleich zum Basiskunststoff beitragen.
Verunreinigung
Verringerung der Reinheit eines Werkstoffs durch nicht kompatible Substanzen. Verunreinigungen entstehen beispielsweise durch nicht kompatible Treibmittel oder andere Kunststoffe, zersetztes Regranulat, Schmutz, Einpressteile aus Metall und lackiertes Regranulat.
Verstärkter Kunststoff
Kunststoffzusammensetzung, in der faserige Verstärkungen mit Festigkeitseigenschaften, die denen des Basiskunststoffes weit überlegen sind, eingebettet werden.
Verschnittreste
Jeglicher Ausstoß aus einer Form, der nicht als Primärprodukt verwendbar ist.
Verschlussdüse
Eine Vorrichtung, die an der Vorderseite des Zylinders der Spritzgussmaschine oder des Heißverteiler-Spritzgießwerkzeugs angebracht ist. Sie ermöglicht das Einfließen des Kunststoffs in den Formhohlraum. Nach dem Spritzvorgang wird die Düse geschlossen, um ein unerwünschtes Austreten des Materials zu verhindern.
Verstärkung
Belastbares inertes faseriges Material, das in eine Kunststoffmasse eingebracht wird, um deren physikalische Eigenschaften zu verbessern.
Verweilzeit
Zeitraum, in dem die Temperatur eines Kunststoffs der Verarbeitungstemperatur entspricht, bevor dieser in die Form gespritzt wird.
Verlustfaktor
Maßeinheit für die dielektrischen Eigenschaften eines Kunststoffs. Auch als "Verlusttangens" ezeichnet.
Verarbeitungsfenster
Der Bereich der Spritzgußbedingungen, unter denen ein Teil erfolgreich geformt werden kann.
Verzug
Eine Abweichung von der gewünschten Form durch Verdrehung oder Verformung. Ursache sind häufig Spannungen oder Schwindungen beim Formen.
Verziehen Verformung der Abmessungen eines Kunststoffteils durch Dehnung beim Spritzguss oder bei anderen Verarbeitungsverfahren.
Verzweigung
Die Bildung einer neuen Polymerkette von einer reaktiven Stelle einer bereits bestehenden Kette in eine Richtung, die sich von der ursprünglichen Kette unterscheidet.
Verzögerungseffekt
Tritt in Teilen mit unterschiedlichen Dicken auf. Die Strömung bewegt sich vorzugsweise in einen dickeren Bereich, was dazu führt, dass ein angrenzender dünner Bereich abfriert, während sich der dickere Bereich füllt. Anbindungen sollten so weit wie möglich entfernt von der Stelle angeordnet sein, an der sich die Strömung in dicke und dünne Fließwege teilt.
Vergilbung
Bei der Vergilbung handelt es sich um eine Entfärbung durch Einwirkung von Licht, Wärme, Chemikalien, Luftsauerstoff usw. Die Vergilbung ist als chromatische Abweichung von einer reinen weißen oder wasserklarem Färbung definiert.
Vergilbungsindex
Die prozentuale Gewichtszunahme eines Materials nach dem Eintauchen in Wasser für eine bestimmte Zeitdauer bei einer bestimmten Temperatur. Wichtige Kenngröße bei Teilen, bei denen es auf gute Dimensionsstabilität ankommt, insbesondere außerhalb von Büroumgebungen. Von großer Bedeutung für die meisten elektrischen Eigenschaften. Die Wasseraufnahme kann zu einer Zunahme einiger Abmessungen des Teils und zur Verschlechterung der physikalischen Eigenschaften führen. Je höher der Wert, desto besser.
Viskoelastizität
Der Begriff der Viskoelastizität bezeichnet eine Eigenschaft, die alle Kunststoffe in gewissem Maße aufweisen: Sie verfügen einerseits über feststoffartige Merkmale wie Elastizität, Festigkeit und Formbeständigkeit, weisen andererseits aber auch flüssigkeitsartige Merkmale wie Fließvermögen in Abhängigkeit von Zeit, Temperatur, Geschwindigkeit und Beschickungsmenge auf.
Vicat-Erweichungstemperatur
Die Vicat-Erweichungstemperatur ist ein Maß für die Temperatur, bei der ein Kunststoff bei bestimmten Versuchsbedingungen nach ISO 306 zu erweichen beginnt. Sie wird mit einem standardmäßigen Eindruckwerkzeug (Nadel mit flachem Ende und einem kreisförmigen Querschnitt von 1 bis 2 mm) bestimmt, das unter einer vorgegebenen Last in die Oberfläche eines Probekörpers eindringt. Die Temperatur bei einer Eindringtiefe von 1 mm wird als "VST in Co" angegeben. An der VST lässt sich ablesen, wie gut ein Material dem kurzzeitigen Kontakt mit erwärmten Objekten standhält. Sie dient ausschließlich dem Materialvergleich.
Viskosität, MFR, MVI und MV
Die Viskosität ist die Beständigkeit gegenüber einem stetigen Fluss innerhalb eines Materialkörpers. Sie entspricht der Eigenreibung und ist das Maß der Flussbeständigkeit einer Polymerschmelze. Im Versuch: Verhältnis der Scherspannung zur Schergeschwindigkeit einer Flüssigkeit. Bei der so genannten newtonschen Viskosität ist das Verhältnis der Scherspannung zur Schergeschwindigkeit konstant. Kunststoffe sind zumeist nicht newtonsche Flüssigkeiten, bei denen das Verhältnis nicht konstant ist, sondern von der Scherspannung abhängt. Ein solches Verhältnis wird häufig als scheinbare Viskosität bei der entsprechenden Scherspannung bezeichnet. Es entspricht einem Punkt auf der Fließkurve. Die Schmelzflußgeschwindigkeit (Melt Flow Rate, MFR) ist die Masse des thermoplastischen Materials, die innerhalb eines gegebenen Zeitraums unter bestimmten Bedingungen durch eine definierte Düse extrudiert wird. Andere Bezeichnung: Fließgeschwindigkeit. Der Begriff Schmelzvolumenindex (Melt Volume Index, MVI) ist gleichbedeutend mit dem Begriff MFR. Die Schmelzviskosität (Melt Viscosity, MV) ist ein Maß für die Temperatur eines Polymers, bei der sich die Molekülketten untereinander bewegen können. Sie wird als Quotient der tatsächlichen Scherspannung t und der tatsächlichen Schergeschwindigkeit y angegeben. Die Schmelzeviskosität hängt in erheblichem Umfang vom Molekulargewicht ab: je höher das Molekulargewicht, desto umfangreicher die Verknäuelungen und desto höher die Schmelzeviskosität.
Vorformling
Runder, hohler Schlauch aus geschmolzenem Kunststoff, der aus dem Kopf einer Blasformmaschine extrudiert wird.
Vorformling – Formverlust
Tendenz von Vorformlingen, aufgrund von Extrusionsbedingungen die Schlauchform einzubüßen. Im Allgemeinen verzieht sich die Unterseite des Vorformlings unregelmäßig und bewirkt damit einen Formverlust des gesamten Vorformlings; dies führt zu Schwierigkeiten beim Formen des Teils.
Vorformling – Schmelzefestigkeit
Die Schmelzefestigkeit des Vorformlings hängt direkt von der Schmelzecharakteristik des extrudierten Kunststoffs ab. Die Schmelzefestigkeit bestimmt, ob für ein Teil ein ausreichend großer Vorformling extrudiert werden kann. Je größer und schwerer der Vorformling, desto größer sind die Anforderungen an die Schmelzefestigkeit.
Vorformling – Abquetschvorrichtung
Verschiedene Methoden werden verwendet, um vor dem Schließen der Form oder dem Blasvorgang den Boden des Vorformlings zu schließen oder abzudichten. Hierfür dienen Abquetschvorrichtungen; diese funktionieren üblicherweise über Federwirkung oder werden hydraulisch bzw. pneumatisch ausgelöst. Sie können sich am Boden der Form befinden oder direkt darunter positioniert sein.
Vorformling – Vorblasen
Anwendung von Luftdruck im Vorformling, bevor die Formhälften geschlossen werden. Dies gewährleistet eine bessere Verteilung der Wanddicke und verhindert das Zusammenfallen des Vorformlings vor dem eigentlichen Blasvorgang.
Vorformling – Programmieren
Variieren der Wanddicke in einem Vorformling, um die Anforderungen des betreffenden Teils zu erfüllen.
Vorformling – Boden
Der untere Teil des Vorformlings, der durch Abquetschung beeinträchtigt und nicht von der Form erfasst wird.
Vorhangbeschichtung
Methode zum Aufbringen von Sperrschichtüberzügen und klaren Deckschichten oder pigmentierten Standardbeschichtungen auf Flachfolien, bei der die Beschichtung aufgetragen wird, indem die Platte unter einem "Vorhang" des Beschichtungsmaterials durchgeleitet wird.
Vorkammeranbindung
Kantenanbindung oder untere Anbindung an eine Vorkammer, die dem Teil nur zu Anbindungszwecken hinzugefügt wurde.
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