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TECHNIK- UND DESIGN-GLOSSAR

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A

Abbau, Degradation
Verschlechterung der chemischen Struktur, der physikalischen Eigenschaften oder des Aussehens eines Kunststoffs, die durch Einwirkung von Wärme, Licht, Sauerstoff oder Bewitterung verursacht wird.

Abquetschfläche (Anbindungsfläche)
Anbindungsdimension parallel zur Richtung der Schmelzeströmung.

Abquetschung
Eine Abquetschung ist notwendig, wenn der Vorformling nicht vollständig in den Hohlraum passt. Diese vorstehende Kante trennt den Hohlraum von der Schweißnahttasche; die Schweißnaht wird bis zum Abtrennen zusammengedrückt. Einlagen aus Berylliumkupfer werden hierfür bevorzugt verwendet, weil dieses Kunststoffblend die gleiche thermische Leitfähigkeit wie die Aluminumlegierung der Form besitzt. Stahlabquetscher werden eingesetzt, wenn die Abnutzung ein wesentlicher Faktor ist, etwa beim Formen von Materialien wie Polycarbonaten.

Abrieb
Der Abrieb ist die nicht vorgesehene Abtragung von festem Material durch Oberflächenreibung. Ursache ist ein Haftungsverlust durch mechanische Reibung. Reibung und Abrieb stehen nicht in einem konsistenten Verhältnis. Der Abrieb kann trotz hoher Reibung gering sein, und umgekehrt kann der Abrieb trotz geringer Reibung hoch sein.

Abriebfestigkeit
Fähigkeit eines Werkstoffs, mechanischen Einwirkungen wie Reiben, Schaben oder Erosion zu widerstehen, durch die allmählich Material von der Oberfläche entfernt wird.

Abrundung
Im Prinzip ein Radius. Ein Bereich, in dem zwei Wände aufeinander treffen.

Additive/Filter/Verstärkung
Additive sind Materialien, die Polymeren beigemengt werden, um bestimmte Änderungen in den Materialeigenschaften zu bewirken. Für thermoplastische Kunststoffe werden eine Vielzahl von Additiven verwendet, um Materialeigenschaften zu erweitern oder auszubauen, die Verarbeitbarkeit zu verbessern, das Erscheinungsbild zu ändern oder die Wetterbeständigkeit zu erhöhen. Additive verbessern Eigenschaften wie Flammhemmung und UV-Stabilität. Verstärkungsfasern verändern mechanische Eigenschaften: Verbesserung des Moduls und Verringerung der Schlagzähigkeit. Füllstoffe erhöhen normalerweise die Modulwerte. Mit Füllstoffen werden auch Verfahrenseigenschaften verändert und Kosten gesenkt. Weichmacher senken den Modul und erhöhen die Flexibilität.

Airless Sprayen
Methode zum Feinverteilen von Farbe durch hydraulischen Druck.

Akzeptables Angussverteiler-Hohlraum-Verhältnis
Angussverteilersysteme, die für hohe Druckverluste konstruiert sind, um in dem Angussverteiler den Materialverbrauch zu minimieren und die Erwärmung durch Reibung zu steigern.

Alterung/Degradation
Alterung ist die Veränderung der chemischen bzw. physikalischen Struktur eines Materials durch Wärme oder Licht. Dieser Prozess kann zu erheblicher Verschlechterung der Eigenschaften führen. Auch als Abbau oder Degradation bezeichnet.

Amorph/Teilkristallin
Wenn eine thermoplastische Polymerschmelze erhärtet, können die Molekülketten geordnete Strukturen oder Kristallite bilden. Bei amorphen Polymeren ist eine Kristallisation nicht möglich. Sie sind zufällig angeordnet und zeigen nichts von einer geordneten Molekülstruktur. Amorphe Kunststoffe beziehen ihre strukturelle Integrität aus langen Molekülketten (hohes Molekulargewicht) und der physikalischen Verflechtung der Moleküle. Es handelt sich um "Spaghetti-Strukturen". Ein kristallines Polymer weist eine Polymerkette mit geordneter Molekülstruktur auf – kristalline Bereiche umgeben von amorphen. Der Begriff "kristallin" ist im Grunde nicht exakt, da kristalline polymere Materialien in Wirklichkeit nur "teilkristallin" sind. Die kristalline Struktur zieht sich nicht durch den gesamten Polymer durch: stattdessen gibt es Bereiche mit geordneter Molekülstruktur und solche ohne Ordnung.

Anbindung
Beim Spritzgussverfahren der Kanal, durch den der geschmolzene Kunststoff vom Angussverteiler in den Hohlraum fließt.

Anbindungsfehlstelle
Fehlstelle oder Störung im Anbindungsbereich eines spritzgegossenen Gegenstands.

Anguss
Der Übergang zwischen der Düse der Formungsmaschine und der Form. Ein Angussverteiler in Form eines sich verjüngenden Zylinders, der Material aus der Maschine in den Formhohlraum, das Angussverteilersystem oder das Heißverteiler-Spritzgießwerkzeug einspeist.

Angussverteiler
Speisekanal in einer Spritzform, üblicherweise mit rundem Querschnitt, der den Anguss mit der Hohlraumanbindung verbindet. Der Begriff wird auch für das in diesem Kanal geformte Kunststoffstück verwendet.

Angussverteilerdesign
Verwendung des Angussverteilers als Strömungssteuerungsvorrichtung (Positionierung der Anbindung und Verwendung der Größe des Angussverteilers, um das Füllmuster innerhalb des Hohlraums zu steuern) zusätzlich zum Befördern der Schmelze in den Hohlraum.

Angussverteilersystem
Dieser Begriff wird mitunter für das ganze Kunststoffeinspeisesystem einschließlich Angüssen, Angussverteiler und Anbindungen beim Spritzgussverfahren verwendet.

Angussverteilersystem, teilweise ausbalanciertes
Sowohl aus natürlich als auch künstlich ausbalancierten Angussverteilern zusammengesetzt.

Anisotropie
Tendenz eines Werkstoffs, unterschiedlich auf Spannungen zu reagieren, die in unterschiedlichen Richtungen einwirken.

Anisotropisch/Isotropisch
Anisotropisch bedeutet, dass Eigenschaften entlang von Achsen verschiedener Richtung unterschiedliche Werte annehmen. Die Eigenschaften in anisotropischen Materialien können von der Richtung abhängen, in der sie gemessen werden; in isotropischen Materialien sind die Eigenschaften dagegen von der Messrichtung unabhängig.

Anlaufen
Tendenz eines Kunststoffgegenstands, in hochbelasteten Bereichen weiß oder kreideartig zu werden.

Anlaufen
Weißlicher Effekt auf der Oberfläche an Stellen, an denen Feuchtigkeit kondensiert ist, bevor das Lösungsmittel vollständig verdampft war.

Anlösen
Einwirken von Lösungsmitteln auf der Oberfläche des Substrats.

ANSI
Abkürzung für American National Standards Institute.

Antibeschlagmittel
Additive, die die Kondensation von Wasser auf einer Kunststofffolie in Form kleiner nebelähnlicher Tröpfchen verhindern oder verringern.

Antioxidans
Additive, die die Oxidation bei normalen oder erhöhten Temperaturen verhindern.

Antistatik/Antidust
Ein Antistatikmittel ist eine chemische Substanz, die in ein Kunststoffmaterial gebunden oder als Beschichtung aufgebracht ist. Damit verringert sich der Oberflächenwiderstand und entsprechend die statische Oberflächenelektrizität; somit wird Staub nicht mehr angezogen. Bei Verwendung von wenig Mittel: "staubreduziert". Bei höheren Werten "antistatisches" Verhalten.


Anwendung/Artikel/Komponente/Teil
Ein aus thermoplastischem Material hergestelltes Teil.

Aufbereiten
Der Prozess der Additivwahl und ihrer Einbringung in ein Polymer. Material wird aufbereitet, um ihm die gewünschten Eigenschaften für bestimmte Einsatzgebiete zu verleihen. Die Modifizierung der Polymereigenschaften wird durch Zugaben von polymeren Kunststoffen, Weichmachern, Füllstoffen, Verstärkungsmitteln, verschiedenen Stabilisatoren, Schmierstoffen, Farbmitteln, Flammschutzmitteln usw. erreicht.

Aufspannplatte
Die großen Metallplatten, an denen bei einer Kunststoffformmaschine die Form angebracht ist.

Ausbalancieren des Angussverteilers
Entwickeln eines Angussverteilersystems, das die erforderliche Menge an Schmelze mit dem korrekten Druck an jeden Hohlraum abgibt, so dass am Ende alle Hohlräume gleichzeitig mit der korrekten Temperatur für das betreffende Teil gefüllt werden.

Ausbalancierter Angussverteiler
Beim Spritzgussverfahren ein Angussverteilersystem mit einem Aufbau, bei dem sich alle Hohlräume in der gleichen Entfernung vom Anguss befinden.

Ausblühen von Schmierstoff
Unregelmäßiges, wolkiges, fettiges Ausschwitzen auf der Oberfläche eines Kunststoffs.

Ausblühen/Ablagern
Unter Ausblühen versteht man das Austreten von Schmiermitteln oder Weichmachern auf der Oberfläche einer Komponente. Eine Ablagerung ensteht durch die teilweise Trennung des Stabilisators vom Material, das beim Herstellungsprozess mit der Metalloberfläche der Form in Kontakt tritt.

Ausblühung
Unerwünschte wolkige Erscheinung oder weißliche pulverartige Ablagerungen an der Oberfläche eines Kunststoffgegenstands, die durch Ausschwitzen eines Compoundierbestandteils wie eines Schmiermittels, Stabilisators, Pigments, Weichmachers etc. verursacht werden kann.

Ausflockung
Elektrisch geladene Pigmente führen zur gegenseitigen Anziehung in einem flüssigen Medium. In der getrockneten Schicht zeigt sich dies in einer ungleichmäßigen Farbgebung.

Ausgasen
Freisetzung von Gas aus dem Innern des geformten Teils. Die Ausgaszeit hängt von der Hautdicke, dem Kunststofftyp, dem Blasformmittel und den Prozessbedingungen ab.

Aushärten
Herstellung eines Kunststoffbindemittels durch chemische Reaktion und Verdampfung von Lösemitteln bei Lackfarbe, Verdampfung von Lösemitteln bei Lack.

Aushärtungsdauer
Die Zeit, die der geschmolzene Kunststoff zum Aushärten und Festwerden braucht, bevor die Form geöffnet und das Teil ausgeworfen wird.

Auslängen eines Vorformlings
Extrudieren eines Vorformlings auf eine bestimmte Länge, um ihn zur Teilproduktion zwischen den beiden Formhälften zu positionieren.

Ausschrägung
Oberflächenmängel eines geformten Kunststoffteils, die zumeist auf unzureichende Trocknung des Kunststoffs vor der Formung zurückzuführen sind. Als Ursache kommt auch eine übermäßige lokale Scherung in Frage.

Austriebstaschen
Austriebstaschen sind Entlastungsbereiche außerhalb der Abschnürungen, die den Pressdruck beim Formschließen begrenzen. Die Austriebstaschen werden bisweilen als Entlastungsbereiche bezeichnet. Idealerweise sollten Austriebstaschen tief genug sein, um die Kompression des Gratmaterials zu verringern, und ausreichend Oberfläche zum Kühlen des ausgetriebenen Materials besitzen.

Auswerfer
Dorn, Stift oder Muffe, der/die ein Formteil von einem Kern weg- oder aus dem Hohlraum der Form auswirft.

Auswerfstift
Stift, der einen geformten Gegenstand aus einer Form auswirft. Abquetschfläche - der Bereich der Oberflächen einer Form, die miteinander in Kontakt sind, wenn die Form geschlossen ist.

Ausziehdrehmoment
Drehmoment an einer Zusammenfügungsschraube, das ausreicht, um das Einpressteil aus dem Material durch eine ausreichend große Scheibe zu ziehen. Grenzwert für Montagedrehmomente bei großen Scheiben.



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