Einfallstellen
Eindruck auf der Oberfläche des Teils als Resultat einer erheblichen lokalen Veränderung im Wandquerschnitt. Die Stelle tritt im dickeren Bereich auf.
Einfallstellen
Eine Vertiefung der Oberfläche des Teils im Bereich eines dickwandigen Strukturmerkmals, also beispielsweise einer Rippe, einer Wulst, einer Angussanbindung oder einer Veränderung des Wandquerschnitts. Einfallstellen entstehen durch verzögertes Abkühlen im Zentrum des dickwandigen Bereichs. Das heiße Zentrum schrumpft beim Abkühlen und zieht dadurch die Oberflächenhaut nach unten.
Einlegeteil
Gegenstand aus Metall oder anderem Material, der in ein geformtes Kunststoffteil eingebracht wird, indem das Einlegeteil (insert) in das fertige geformte Teil eingepresst oder in dem Hohlraum platziert wird, so dass es ein integraler Bestandteil des Formteils wird.
Einsatz, Werkzeug
Herausnehmbares Teil der Form, das diesem Bereich der Form eine erhöhte Verschleißbeständigkeit oder bessere Wärmeübertragungseigenschaften verleiht.
Einspritzdruck
Der angewandte hydraulische Druck, um den Kunststoff in den Hohlraum zu drücken.
Einspritzgeschwindigkeit
Die zum Füllen der Form erforderliche Zeit.
Einspannfläche
Größte ausgelegte Fläche, die eine Spritzgußpresse unter vollem Spritzdruck geschlossen halten kann.
Einzelhohlraumformung
Bei jedem Zyklus wird ein Teil hergestellt.
Einziehen
Absorption von Lack in Bereichen geringer Dichte als Folge einer unzureichenden Verdichtung beim Formen.
Elastisches Gedächtnis Charakteristikum bestimmter Kunststoffe, das durch ihre Neigung deutlich wird, beim erneuten Erwärmen in eine Gestalt oder in Abmessungen zurückzukehren, die sie während ihrer Fertigung hatten.
Elastizitätsmodul Verhältnis von mechanischer Spannung zur entsprechenden Dehnung in einem Material unter der Proportionalitätsgrenze (Hookesches Gesetz) im Spannungs-Dehnungs-Diagramm. E = konstant = mechanische Spannung geteilt durch Dehnung. Auch "Elastizitätsmodul" oder "Young'sches Elastizitätsmodul".
Elastizität/Plastizität
Die Fähigkeit eines Materials, nach der Verformung in seinen Ausgangszustand zurückzukehren. Wenn die Streckgrenze nicht überschritten wird: elastisches Verhalten. Kunststoffe verhalten sich i. d. R. elastisch. Wenn die Streckgrenze eines Materials bei der Beanspruchung überschritten wird, kehrt es nach Ende der Belastung nicht in seinen Ausgangszustand zurück: dauerhafte Verformung durch plastisches Verhalten. Plastizität ist das Gegenteil von Elastizität. Dieser Sachverhalt lässt sich auch auf folgende Weise erklären: Während des ersten Teils des Ziehprozesses im Zugversuch werden sowohl die Zugspannung als auch die Zugdehnung kontinuierlich und proportional erhöht. Dabei verhält sich das Material wie eine Feder – es zeigt elastisches Verhalten. Einige Materialien, z. B. Methacrylate, brechen bereits bei geringer Dehnung und noch während sie ein im Grunde elastisches Verhalten aufweisen. Andere Materialien, z. B. Polycarbonate, lassen sich auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Länge dehnen, bevor sie reißen. Solche Materialien haben eine Streckgrenze und eine entsprechende Fließspannung.
Elastizitätsmodul
Verhältnis von mechanischer Spannung zu entsprechender Verformung (Dehnung) unter der Proportionalitätsgrenze eines Materials beim Zugprüfung.
Elastizitätsmodul
Eine Kenngröße für die Steifigkeit eines Teils. Vom Prinzip her entspricht der Elastizitätsmodul der anliegenden Zugspannung aufgrund von Kraft und Querschnittsfläche geteilt durch die beobachtete Dehnung bei dieser Spannung. Der Elastizitätsmodul ist im Allgemeinen so lange konstant, bis sich das Material dem Punkt nähert, an dem eine dauerhafte Verformung eintritt. Am einfachsten lässt es sich aus der Neigung im Spannungs-Dehnungs-Diagramm vor der Streckgrenze ablesen. Der Elastizitätsmodul erlaubt Rückschlüsse auf die Formbeständigkeit und das allgemeine Verhalten eines Teils und ist somit eine wichtige Größe für den Designprozess. Es ist eine sehr viel genauere Größe als der Biegemodul und liefert unverzichtbare Informationen zur Formbeständigkeit und zur Beanspruchungsstärke eines Teils.
Elastomer
Material, das bei Raumtemperatur wiederholt auf mindestens das Doppelte seiner ursprünglichen Länge gestreckt werden kann und beim unmittelbaren Beenden der Beanspruchung mit Kraft auf annähernd seine ursprüngliche Länge zurückkehrt.
Elefantenhaut
Raue Oberfläche, hervorgerufen durch kalten Kunststoff, der sich über sich selbst ablagert. Tritt normalerweise am Strömungsende auf.
Elektrostatisches Sprühverfahren
(Elektro-)Statik ist eine elektrische Ladung mit normalerweise sehr hoher Spannung, aber sehr schwacher Stromstärke. Sie ist zurückzuführen auf ein Ungleichgewicht der elektrischen Ladungsbedingungen von Materialien in unmittelbarer Nähe zueinander. Elektrostatik tritt auf, wenn eine nicht leitende Oberfläche gegen eine andere gerieben wird und die Oberflächen nach dem Kontakt wieder getrennt werden (beispielsweise in schnell laufenden Maschinen) oder wenn sich Menschen über aufgeladene Oberflächen bewegen.
Element
Dreieck, welches durch drei Knoten definiert ist, die die Basis für die FE-Analyse bilden.
EMI/RFI-Elektromagnetische Abschirmung
Elektromagnetische Beeinflussung/Hochfrequenzstörungen sind elektromagnetische Störungen, die Interferenzen mit dem Audio- und Videoempfang verursachen und digital gespeicherte Daten beschädigen können. Die Störquellen sind i. d. R. Elektrogeräte mit Elektromotoren oder einer zuschaltbaren Stromversorgung. Die Emission solcher Störungen kann effektiv abgeschirmt werden, wenn das Gehäuse des Geräts aus einem Material besteht, das für das elektromagnetische Signal undurchlässig ist. Für solche Abschirmungen lassen sich Metallgehäuse, Kunststoffgehäuse mit Metalllackierung bzw. Metallbeschichtung oder Kunststoffgehäuse verwenden, die durch leitende Füllstoffe undurchlässig für elektromagnetische Signale gemacht wurden.
Endotherm
Bezeichnung für chemische Treibmittel mit Wärme absorbierenden Eigenschaften. Durch den Einsatz dieser Treibmittel wird ein geringerer Gasdruck freigegeben, die Kühlzeit verkürzt, weniger Ausgaszeit benötigt und eine glattere Oberfläche erzielt.
Entlüftungskanal
Der tiefe Kanal, der die Formentlüftung mit der Atmosphäre verbindet.
Entzündbarkeit
Entzündbarkeit: Maß dafür, wie leicht eine Probe durch externe Wärmequellen unter definierten Prüfbedingungen entzündet werden kann. Entzündlich: Möglichkeit, entzündet zu werden. Entzünden (transitiv): Entzündung auslösen. Entzünden (reflexiv): sich entzünden, mit oder ohne externe Quelle. Entzündung: Beginn der Verbrennung. Zündquelle: eine Wärmequelle, die zum Entzünden von brennbaren Materialien oder Produkten verwendet wird. Zündtemperatur: die Mindesttemperatur für ein Material, bei der sich unter definierten Prüfbedingungen nach dem Entzünden eine Verbrennung aufrechterhält.
Entzündung durch Lichtbogenenentladung
(engl. High Amp Arc Ignition = HAI), Anzahl Bogenentladungen (nach Elektrodentyp, -form und -verschaltung standardisiert), die zum Entzünden eines Materials bei Anwendung auf der Oberfläche oder in einem Standardabstand erforderlich sind.
Ergiebigkeit
Größe der Oberfläche, die mit einem gegebenen Produkt in einer gegebenen Filmdicke beschichtet werden kann, normalerweise angegeben in m2 pro l oder kg bei einer Beschichtungsdicke von 1 mm.
Ermüdung
Als Ermüdung bezeichnet man die zyklische Belastung von Teilen, die zu Rissen oder auch vollständigem Zerbrechen führen kann. Die in Frage stehende Belastung liegt normalerweise erheblich unter der Streckgrenze des Materials und würde bei nur einmaliger Anwendung nicht zu Schäden führen. Ermüdung lässt sich auch als das Phänomen definieren, dass ein Material unter zyklischer Belastung, die für sich genommen unterhalb der maximalen statischen Belastbarkeit liegt, brechen kann. Sie stellt eine der häufigsten Fehlerquellen bei Materialien unter wiederholter und umgekehrter Belastung dar. Beim Mechanismus der Ermüdung spielen die Geometrie, die Frequenz, die Belastungdifferenz, die Umgebungsbedingungen und die Temperatur eine Rolle. Die Ermüdungsbelastbarkeit ist die höchste wiederholt auftretende Belastung, die ein Kunststoff auf lange Sicht verkraften kann. Mit entsprechenden Ermüdungsprüfungen wird diese Grenze ermittelt.
Ermüdungsfestigkeit
Die Anzahl von Zyklen einer bestimmten Belastung oder Spannung, die eine Probe vor dem Auftreten eines definierten Schadens verkraftet.
Erstarren
Die Temperatur eines Materials wird bis zu dem Punkt reduziert, an dem ein Bereich blockiert wird, der bei einer höheren Temperatur ausgefüllt würde.
Erweichungsintervall
Ein Temperaturbereich, in dem ein Kunststoff von einem steifen in einen weichen Zustand (Glasübergang) übergeht oder unvermittelt eine erhebliche Härteänderung erfährt. Die Erweichung von Kunststoffen wird unter spezifischen Versuchsbedingungen gemessen, indem beispielsweise die Vicat-Erweichungstemperatur (VST) oder die Formbeständigkeitstemperatur unter Last (DTUL) ermittelt wird.
Erweichungstemperatur
Die unter spezifischen Versuchsbedingungen gemessene Temperatur, die zu einer vorgegebenen Verformung des Materials führt.
Exotherm
Bezeichnung für chemische Treibmittel mit Wärme erzeugenden Eigenschaften. Durch den Einsatz dieser Treibmittel werden ein höherer Gasdruck freigegeben und die Zykluszeiten sowie die Fließlängen verlängert.
Extrudat
Produkt oder Material, das von einem Extruder abgegeben wird, beispielsweise Folie oder Rohrprofile.
Extruder
Maschine zur Herstellung von mehr oder weniger kontinuierlichen Längen von Kunststoffabschnitten, wie Stäben (Stangen), flächigen Materialien (Blättern, Bögen), Rohren (Schläuchen) und Profilen.
Extruderkopfdruck
Benötigter Druck, um die Schmelze durch die Düse zu pressen.
Extrusion
Verfahren zum Schäumen gleichmäßiger Formen, bei dem geschmolzenes Kunststoffmaterial durch eine Düse gedrückt wird.
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